Es ist kleiner und hat keine
Kamera das Smartphone
Nokia 9300
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21.01.2005
Das neue 9300 kommt
Endlich ist es soweit. Das neue Smartphone von Nokia, das 9300 ist endlich auf dem Markt
und bei meinem Mobilfunkanbieter (T-Mobile) zu haben. Innerhalb von 24 Stunden ist das
Päckchen da und die ersten Eindrücke und Erfahrungen können geschildert werden
Der Packungsinhalt:
Das Nokia 9300, Standard Akku BP-6M, Mono-Headset, Tischladestation, Netzteil, DKU-2
Datenkabel, MMC Speicherkarte 128MB, Software CD und Bedienungsanleitung. Diese ist in
weiten Teilen identisch mit der Anleitung des 9500. Natürlich fehlen die Hinweise auf
Benutzung der Kamera und Bildbearbeitung, was auch logisch ist, da der 9300 keine Kamera
hat.
Darin und auch in den Maßen unterscheidet sich der kleine vom großen Bruder. Das Betriebssystem ist von Symbian mit der Nummer 7 und wird auch mit S80 bezeichnet.

Das erste Einschalten:
Nach dem Einlegen des Akkus passiert zunächst nichts. Auch der Druck auf den Einschalter
fürs Telefon bringt zuerst kein Licht ins Dunkel der Anzeige. Dann aber leuchtet der
Nokia Schriftzug auf dem Innendisplay und die begrüßenden Hände tauchen auf. Das
Telefon bleibt aber weiterhin dunkel und stumm.
Des Rätsels Lösung: Das Smartphone fährt hoch und braucht eine mehr oder weniger lange Zeit dafür. Erst wenn das Laden des Betriebssystems weitestgehend abgeschlossen ist, lässt sich auch das Telefon einschalten und die PIN eingeben.
Diese Prozedur wird immer dann erforderlich, wenn der Akku getauscht wird oder einfach nur der Saft alle ist. In welches Verzeichnis der Commi die laufenden Daten schreibt, damit diese nach solch einem Kaltstart sofort wieder verfügbar sind habe ich noch nicht rausbekommen. Vielleicht handelt es sich auch um einen Flashspeicher, der diese Daten bei Stromausfall trotzdem sichert. Da bin ich aber dran.
Beim aller ersten Start wird man aufgefordert zunächst einige Grundeinstellungen wie Standort, Benutzernamen, Datum und Uhrzeit vorzunehmen. Dann kann es losgehen, das Smartphone 9300 ist für die Arbeit bereit.
Nokia bezeichnet sein 9300 selber als Smartphone. Er wird hier und da aber auch gerne Communicator genannt. In der Bedienungsanleitung unterscheidet Nokia zwischen Telefonschnittstelle und Communicatorschnittstelle, wenn von außen und innen die Rede ist. Einfachheithalber verwende ich im folgenden auch den Begriff Communicator oder Commi.
Beide Displays sind sehr gut ablesbar und verfügen über gute Beleuchtung, innen sogar regelbar. Die Farbpalette für das Außendisplay verfüg zwar über verschiedene Farbmuster, bringt aber im Vergleich zum 6820 keine richtig sichtbaren Unterschiede. Das werksseitig eingestellte Blau könnte auch Schwarz oder Grau sein. Für das Innendisplay sind ebenfalls verschiedene Farben einstellbar. Zusätzlich können auf beiden Displays Hintergründe ausgewählt werden. Entweder man sucht sich aus vorhandenen Vorlagen einen Hintergrund aus oder erstellt sich sein Wunschbild in entsprechender Größe und verwendet dieses dann. Dabei kann jedes Display einen anderen Hintergrund haben. |
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Die Tasten machen einen guten Eindruck. Außen verfügen sie über einen spürbaren Druckpunkt. Rund um die Menütaste befindet sich der Vier-Wege-Auswahlring mit ebenfalls gutem Druckpunkt. Die Beleuchtung ist im Gegensatz zu 6820 ausreichend. Beim 6820 ist bei Dunkelheit die Tastenbelegung nicht klar erkennbar.
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Innen verfügt der Commi über eine schreibmaschinenähnliche QWERTZ-Folientastatur (das Foto links zeigt noch das erste US-Model). Der Druckpunkt ist spürbar und verleitet kaum zu Fehlern. Fehler entstehen mehr durch die Größe der Tasten. Diese sind gemessen am Psion5 eher klein mit ein wenig Übung aber durchaus zu handhaben. Wer mit dem 6820 bisher schon SMS und kleine Notizen hinbekommen hat, der wird auf dem 9300 keine Probleme haben und Umsteiger von einem Pocket-PC sowieso nicht, denn die kennen ja Tastaturen nur von Bilder ;-) (kleiner Scherz). |
Allerdings ist die Innentastatur nicht beleuchtet, was bei schlechten Lichtverhältnissen etwas von Nachteil ist. Klappt man allerdings das Display etwas nach vorne, scheint die Displaybeleuchtung über die Tasten und man kann weitestgehend was erkennen.
| Anders als beim Psion hält das Display in jeder Position und lässt sich sogar um 180 Grad komplett aufklappen. Damit stellt sich aber auch gleich ein Nachteil heraus. Öffnet man den Commi um mehr als ca. 130 Grad, bekommt der Deckel "Übergewicht" und der Commi fällt um. Die Standfestigkeit ist also nicht ganz so wie beim Psion, dafür ist er aber mit ca. 167 Gramm inkl. Akku sehr leicht. | ![]() |
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Die Scharniere scheinen stabil und fest. Wie es mit der Stromversorgung zum Display bestellt ist, wird sich mit der Zeit zeigen. Ich hoffe hier auf mehr Stabilität als beim Psion, bei dem das Flachbandkabel im Laufe der Zeit zu Bruchstellen neigte und damit den Psion außer Betrieb setzte. |
| Bei dem Display handelt es sich im Gegensatz zum Psion oder einem Pocket-PC nicht um einen Touchscreen. Alle Funktionen werden entweder über Funktionstasten oder durch Scrollen mittels Fünf-Wege-Joystick ausgewählt. Dabei sind sieben der acht Funktionstasten (Nokia nennt sie Anwendungsschaltflächen) fest vorbelegt, die Taste "Favorit" kann frei programmiert werden. Zusätzlich sind neben dem Hauptdisplay vier sog. Befehlsschaltflächen, die je nach Anwendung mit Funktionen belegt sind. | ![]() |
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Der Fünf-Wege-Joystick lässt ein wenig den Druckpunkt wie bei den übrigen Tasten vermissen. So kommt es schon häufiger vor, dass man eine Auswahl verfehlt, weil man einfach drüber scrollt. Der Druck der Stickmitte dagegen ist deutlich spürbar. Im Gegensatz zum 6820, welches auch über einen kleinen Fünf-Wege-Stick verfügt, ein kleines Manko. Hier zeigt Nokia ja, das es auch anders geht. |
Was fehlt dem Communicator
9300?
In jedem Fall der Vibrationsalarm. In keiner der Einstellungen
oder Profile steht was davon, der Akku gibt es auch nicht her. In der Zubehörtabelle
findet man vergeblich einen Eintrag dazu. Bleibt abzuwarten, ob der Handel entsprechende
Akkus anbieten wird. Bei einem entsprechend leise eingestellten Profil wünscht man sich
schon, dass sich das Handy mittels Vibration bemerkbar macht. Dafür sind die Klingel-
bzw. Hinweistöne recht laut einstellbar. Hier muss sich in der Praxis zeigen, ob es bei
lauter Umgebung ausreichend ist.
Die Kamera...
...aber das war ja klar und eigentlich auch nicht erwartet. Vermutlich das Ergebnis von
Marktforschung. Ich selber habe eine entsprechende DigiCam und kann daher problemlos
darauf verzichten. Bilder, die ich unbedingt mit mir herum schleppen muss, lade ich per
PC-Suite auf das 9300 und schaue sie mir dann an. So lange MMS noch so teuer sind und die
Auflösung der HandyCams unter aller Kanone, werde ich diesen Dienst sicher auch nicht
brauchen. In meinem Bekanntenkreis ist es übrigens ähnlich.
Automatische Tastensperre
Die Telefontasten müssen wieder manuell durch Drücken der nokiatypischen
Tastenkombination "Menü" und "*" gesperrt werden. Beim 6820 konnte
darüber hinaus die automatische Tastensperre aktiviert werden. Nach einer vorher
eingestellten Zeit sperrt sich die Tastatur von alleine. Beim Öffnen des 6820 entsperrt
es sich dann selber wieder. Jetzt hatte ich mich gerade daran gewöhnt und schon ist diese
Funktion nicht mehr verfügbar, schade.
Das 9300 bietet eine eigene Sperrfunktion an. Diese sperrt
aber nicht nur die Telefontasten, sondern das gesamte Gerät. Damit ist dann der
Dateninhalt vor unberechtigten Zugriff sicher. Anrufe annehmen ist in dieser Funktion noch
möglich.
Die Aktivierung kann entweder manuell durch Menüauswahl erfolgen oder auch zeitgesteuert
nach einer vorher eingestellten Zeit. Leider können nur maximal 60 Minuten bis zur
Sperrung des Systems eingestellt werden. Beim Psion kann so eine Passwortabfrage auf
grundsätzlich einmal am Tag oder völlig frei wählbare Stunden eingestellt werden. Beim
Pocket PC immerhin noch mehrere Stunden.
Selbst das Entfernen und Wiedereinsetzen des Akkus öffnet nicht den Zugriff auf die
Daten. Stellt sich nur die Frage, was passiert, wenn man selber mal den Code vergessen hat
!?!?
Apropos Kennwörter, kennwortgeschützte
Worddokumente gehen nicht
Die Übertragung eines kennwortgeschützten Worddokumentes auf den Nokia 9300
ergibt eine Fehlermeldung, wonach das Dokument nicht übertragen werden kann. Bei der
Datenübertragung wird vermutlich im Hintergrund die Konvertierung in das EPOC-Format
vorgenommen. Beim Psion kann ausgewählt werden, ob das Dokument konvertiert oder einfach
nur kopiert werden soll. Auf jeden Fall kann der Kennwortschutz beibehalten werden, beim
Nokia 9300 nicht.
Auch ist der Schutz mittels Passwort der auf dem 9300 gefertigten Dokumente nicht
möglich. Hier kommt dann einfach und alleine dem Sperrcode (siehe oben) die Aufgabe zu.
Dafür kann die Speicherkarte mit einem Passwortschutz versehen werden. Dies war eine
große Sicherheitslücke beim Psion und konnte nur mit einem Zusatzprogramm realisiert
werden. Beim Commi kann nun die Karte über den DateiManager mittels eines frei wählbaren
Passwortes geschützt werden und kann dann nicht mal auf einem PC gelesen werden.
Datenbankprogramm
Wie auch bei einem Pocket PC fehlt hier jede Art eines Datenbankprogramms wie
z.B. Pocket Access oder ähnlichem. Wer einen Psion hat, der weiß wovon ich rede. Es gibt
jede Menge Daten und Informationen, die in Form einer Datenbank hervorragend abgelegt und
vor allem verwaltet werden können. Es sind schon ganze Bedienungsanleitungen, Bücher und
ähnliches auf dem Psion auf diese Art abgelegt worden. Da wird man sich auf dem
Softwaremarkt umgucken müssen.

PC-Suite und Datenübertragung
Nokia liefert serienmäßig eine CD mit Bedienungshinweisen, ein paar kleinen
Programmen und der Synchronisationssoftware PC-Suite 6 mit. Aber Achtung: PC-Suite
läuft nur ab Win2000 bzw. XP, auch wenn man zwischendurch mal was von
"Kompatibel ab Win98SE" liest. Dies gilt nur für die CD und den Inhalt der
Bedienungsanleitung.
Wie zu erwarten klappte die Installation fast störungsfrei. Zwar brach die Routine mit einer Fehlermeldung ab, meldete dann aber, dass das Programm verwendet werden kann. Dagegen lief die Verbindung mit dem mitgelieferten Datenkabel DKU-2 nicht. Es fehlt vermutlich immer noch oder schon wieder der Treiber. Dieser sollte sich eigentlich auf meinem PC befinden, da ich ja das 6820 mit PC Suite verwalten wollte. Ach nee, klappte bei dem ja auch nicht über Kabel. Typisch Windows/Nokia. Ich habe es dann einfach mal wieder mittels Bluetooth versucht und entgegen meiner Befürchtung klappt es tatsächlich. Nicht immer sofort, aber meist problemlos. Ist erst einmal die Verbindung per Funk aufgenommen, kann ich mittels PC Suite den Inhalt des 9300 ansehen und verwalten, Einträge ändern und Dateien hin- und herschieben.
Mittels Bluetooth habe ich auch bereits MIDI-Dateien (als Klingelton) vom 6820 problemlos auf das 9300 geschickt, sowie Hintergrundbilder für die einzelnen Displays. Natürlich kann der 9300 auch MP3 Daten empfangen und abspielen. Mit dem mitgelieferten Headset allerdings nur in Mono. Ein vollwertiger Ersatz zum USB-Stick dürfte er damit aber nicht sein.
Jetzt galt es den Kalender und die Adressverwaltung zu füllen. Vom Psion her weiß ich, dass Einträge in Outlook nicht unbedingt voll kompatibel zum Psion sein müssen. So scheint es auch hier zu sein. Zwar übernimmt der Commi die Adressen problemlos mit allen Angaben, aber alle Geburtstage deren Jahreszahl kleiner als 1980 sind, stehen auf der Jahreszahl 1980. Tag und Monat stimmen dagegen. Gut, die Damen werden sich freuen, dass sie auf dem 9300 plötzlich jünger sind, aber das kann es ja nicht sein. Somit ist Nachbearbeitung der Jahrestage erforderlich.
Dafür kann der Commi mehr als eine Adressdatenbank verwalten. Neben der SIM-Karte und der Kontakte können diverse weitere Adresslisten angelegt werden. Ebenso verhält es sich mit den Kalendern. Das 9300 verwaltet auf Wunsch, wie auch der Psion, mehr als den einen aktuellen Kalender. Mit der Telefonschnittstelle hat man dann immer Zugriff auf die zuletzt mit der Communicatorschnittstelle aufgerufene Adressliste. Also Achtung, das Telefon greift nicht grundsätzlich nur auf die SIM-Einträge zu.
Software
Zur Zeit gibt es noch recht wenig für den 9300. Die Programme des 92xx sind nicht
kompatibel, er verwendet ein älteres Betriebssystem. Der Hinweis findet sich auch im
Handbuch. Eine Datenübertragung vom 92xx soll aber mittels PC Suite möglich sein, kann
aber von mir mangels entsprechendem Gerät nicht ausprobiert werden.
Bisher habe ich lediglich das Konverterprogramm, ZIP-Manager und das Spiel Bounce von der mitgelieferten CD installiert. Klappte wie schon früher beim Psion problemlos. Auch habe ich mir zwei Programme im Netz geladen.
Mit LightPlus kann die automatische Abschaltung des großen Displays verzögert werden. Rebooter ist ein Programm zum Neustarten des Commi auf Tastendruck. Es soll vorkommen, dass das 9300 sich aufhängt und dann rebootet er einfach mit einem Taste. Sonst müsste man dazu den Akku rausnehmen. Außerdem habe ich mir DataSafe für die sensiblen Daten wie Zugangskennungen, Kartendaten usw. geholt. So sind einige Daten sicher, auch wenn der Commi nicht gesperrt ist.



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| Eine wirklich gut gemachte Seite mit sehr vielen Infos rund um den Commi 9500 und 9300. | ![]() |
©WR 2007